Ich führe einen Workshop mit Vätern aus anderen Kulturen durch. Es ist das dritte Treffen. In der ersten Stunde dreht sich alles um die Frage

Wieso lügt mein Kind? Es sagt, es habe keine Hausaufgaben und später stellt sich heraus, dass das nicht stimmt!

Ja, warum lügt das Kind? Die Väter müssen nicht lange nachdenken. Eigentlich möchten die Kinder

  • draussen spielen
  • Kollegen treffen
  • chillen

Sie haben Angst zu sagen, was sie wirklich Lust haben, darum versuchen sie es mit Lügen. Den Vätern wird klar, dass dies nicht das ist, was sie möchten. Ihnen ist es wichtig, dass die Kinder lernen, damit sie in der Schule erfolgreich sind. Die Kinder hingegen möchten einen Ausgleich zur Schule, Bewegung, Kontakt, Entspannung.

Väter sind es nicht gewohnt, über solche Dinge miteinander zu reden. Wenn sie es aber tun, fällt es ihnen leicht, sich in ihre Kinder einzufühlen. Gemeinsam sammeln sie Ideen, wie sie anders als mit Strafen reagieren könnten

  • Zuerst eine Pause, dann die Aufgaben
  • Das Kind fragen, was es braucht, bevor es die Aufgaben machen kann
  • Eine Zeit abmachen, wann die Hausaufgaben erledigt werden müssen
  • ……

Am Schluss des Workshops schreibt ein Vater folgenden Satz auf den Flipchart

Wir müssen lernen, weil lernen macht klug.

Der Vater erzählt, dass er in seiner Muttersprache Analphabet ist. Er hat in der Schweiz gelernt zu schreiben. Die Schriftzeichen seiner Heimat sind ihm bis heute unbekannt.

Danke all den Vätern für diesen bereichernden Abend.

Mark Bachofen, Suchtprävention Aargau, mit einem Angebot für Väter aus anderen Kulturen