Prävention ist wie Zähne putzen

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Prävention ist wie Zähne putzen

Was macht die Prävention? Es sind weitreichende Konzepte und Theorien, auf denen unsere Arbeit basiert. Soll es kurz und knackig sein, kommen wir mit der Zahnbürste.

fördern

Nadine und Tim sind sechs Monate alt und haben beide gerade den ersten Zahn bekommen. Die Kinderärztin empfiehlt: ab sofort täglich Zähne putzen! Das sei wichtig, damit das Gebiss gut wachsen könne. Kinder und Zähne sind jetzt gesund – werden die Zähne aber nicht geputzt, können später Probleme entstehen, es gibt bestimmte Risiken, denen vorgebeugt werden kann.

Dies ist der erste von drei Teilsträngen unserer Arbeit. Es sind Präventionsmassnahmen, die für alle Zielgruppen wichtig sind. Ihr Ziel die Förderung davon, was gut läuft. Es besteht noch kein unmittelbarer Handlungsdruck, aber es ist wie beim Gebiss – es lohnt sich, hier umfassend zu investieren, damit später nicht teure Rechnungen ins (Schul-)Haus flattern.

verhindern

Nadine und Tim gehen ab dem Kindergarten jährlich zur Zahnkontrolle. Tims Zähne sind bisher in Ordnung, bei Nadine gibt es erste Baustellen – vielleicht braucht sie bald eine Zahnspange.

Der zweite Teilstrang ist die Früherkennung und Frühintervention. Der Handlungsdruck ist bereits etwas grösser. Es zeichnen sich Schwierigkeiten oder Risiken am Horizont ab. Es muss genauer hingeschaut werden. Was soll unternommen werden, um zu verhindern, dass es soweit kommt? Noch kann eingegriffen werden.

stoppen

Tim hat den regelmässigen Zahnarztbesuch als Erwachsener vernachlässigt – er hat mehrere Löcher. Bei Nadine hat sich die Zahnstellung dank Spange gebessert.

Den dritten Teilstrang bilden Intervention und Behandlung. Der Handlungsdruck ist hoch – es muss sofort etwas geschehen. Hier werden häufig noch andere Fachpersonen beigezogen, Fälle werden an sie weitergegeben.

Fazit

Das Bild von Milchzahn, Zahnspange und Zahnarzt vereinfacht stark und ist deshalb natürlich nicht hieb- und stichfest. Die wichtigsten Botschaften aber enthält es:

  • Früh alle fördern! Wer nur stoppt, wenn es ganz schwierig wird, zahlt teure Rechnungen
  • Strategien für alle Teilstränge entwickeln! Was tun wir für die Förderung? Wo sollten wir genau hinschauen, um Schwierigkeiten zu verhindern? Was unternehmen wir, wenn der Handlungsdruck so gross wird, dass eine Situation, eine Entwicklung gestoppt werden muss?

Wir beraten Schulen, Gemeinden, KMU, Organisationen im Aargau und erarbeiten mit Ihnen gerne Ihre eigene Zahn-Strategie.

Anicia Kohler, Suchtprävention Aargau

Weiterführende, ausführliche Lektüre zum Thema:

Martin Hafen: Grundlagen der systemischen Prävention

2017-12-05T14:22:16+00:00