Heute bin ich in Reinach im ElternAlltag mit jüngeren Schulkindern. Es geht um das Thema: muss ich immer alles 10-mal sagen.

Eine Teilnehmerin meint:

Manchmal muss ich mein Kind wirklich 10-mal rufen bis es kommt.

Andere Teilnehmende stimmen ihr zu.

Woran liegt das nur?

Die Mutter bereitet etwas in der Küche vor und das Kind spielt im Wohnzimmer. Die Mutter ruft von der Küche aus:

Bitte versorg noch dein Fahrrad bevor es dunkel wird.

Das Kind jedoch hört nichts, reagiert nicht und spielt einfach weiter.

Dies liegt daran, dass sich Kinder während des Spielens in einer Hülle befinden.

Wie können wir diese Hülle durchbrechen?

Wichtig ist, dass wir für das Kind sichtbar werden. Das heisst, ich unterbreche meine Tätigkeit in der Küche und gehe zum Kind hin.

Die Wörter allein sind teilweise zu schwach und stellen für das Kind etwas Unverbindliches dar. Durch den persönlichen Kontakt erkennt das Kind, dass es mir wichtig ist.

Jedoch kenne ich dieses Verhalten auch von mir selber. Teils sage auch ich:

Kurzer Augenblick, ich muss noch etwas fertig machen.

Ich kann nicht davon ausgehen, dass das Kind immer das macht, was ich möchte. Dies ist menschlich. Jedoch kann es helfen die Tätigkeit zu unterbrechen und zum Kind hinzugehen.

Alisha Reusser, Praktikantin