Der Speck oder wie Klarheit das Leben vereinfacht

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Der Speck oder wie Klarheit das Leben vereinfacht

Ben geht morgen auf die Herbstwanderung. Am letzten Wochenende waren wir mit dem Pilzverein im Wald. Pesche hatte ein schönes Stück Speck dabei. Über dem Feuer gebraten schmeckte dieser herrlich – zumindest Ben. Mir nicht so sehr und ausserdem: ich finde es irgendwie unnötig, so ein Riesenstück Speck zu essen. Deshalb bin ich zurückhaltend, als Ben mich bittet, ihm doch ein Stück Speck für die Herbstwanderung aus dem Laden zu bringen. Ich gucke mal, antworte ich vage – so wie wir Erwachsenen das eben häufig tun.

Natürlich kaufe ich keinen Speck. Es gibt nur Riesenstücke und wer soll denn das alles essen und überhaupt.

Beim Abendessen dann der grosse Knall. Ben ist heillos enttäuscht, dass ich keinen Speck gekauft habe. Er wird wütend, ich auch. Schliesslich habe ich genügend anderes für die Herbstwanderung eingekauft und noch extra kleine Zöpfchen gebacken. Meine Wut trägt natürlich nicht zur Beruhigung der Situation bei. Tja, so ist das manchmal.

Beim Gute-Nacht-sagen haben sich dann unsere erhitzten Gemüter abgekühlt und wir reden darüber. Und, ich lerne einmal mehr von Ben als er sagt: Weisst Du Mama, ich war einfach sehr enttäuscht, weil ich mich so auf den Speck gefreut hatte. Und es wäre sehr viel einfacher für mich gewesen, wenn Du von Anfang an klar nein gesagt hättest.

Maya Zettler, immer am Lernen

2017-10-04T10:16:46+00:00