Ein Gläschen in Ehren

Prävention durch einfühlsame Klarheit

/Ein Gläschen in Ehren
Ein Gläschen in Ehren2018-07-12T16:48:20+00:00

Project Description

Was heisst Suchtprävention im Alter? Nützt sie noch etwas, soll man den Senioren und Seniorinnen nicht einfach einen angenehmen Lebensabend gönnen? – Ja, das soll man, unbedingt. Nur, wenn aus dem einen Gläschen allmählich eine halbe Flasche wird, verändert dies das Leben älterer Leute massiv. Die Demenz, die sozialen Kontakte, die Gehsicherheit, der Schlaf, die Wirkung der Medikamente – alles wird davon beeinflusst, während die Lebensspanne immer kürzer wird.

Ein Gläschen in Ehren umfasst 2 Angebote, die Sie als Institution, Seniorenrat oder Gemeinde bei uns buchen können. Gerne passen wir die Angebote im Gespräch mit Ihnen so an, dass die Teilnehmenden nach dem Anlass mit Ideen, die sie umsetzen möchten, nach Hause gehen.

Referat: Risiken einschätzen

Jakob ist zunehmend verwirrt. Seit der Pensionierung jassen Sie wöchentlich mit ihm und anderen Kollegen zusammen. Ein geselliger Nachmittag bei Rotwein und feinem Gebäck! Jakob hat das Treffen schon zweimal vergessen. Alle sind besorgt: Soll man ihn auf sein verändertes Verhalten ansprechen? Ist es der Tod seiner Frau vor 7 Monaten, den er nicht verkraften kann – ist es die Demenz, die voranschreitet? Franz meint, vielleicht trinke Jakob zu viel oder es sei das Temesta abends, von dem Jakob ihm kürzlich erzählt habe.

Das Referat Risiken einschätzen soll dazu ermutigen, alte Menschen mit risikoreichen Alkoholkonsum zu unterstützen.

Folgende Themen werden erläutert

  • Gründe und Verläufe von Suchtentwicklungen im Alter
  • Auswirkungen auf die Lebensgestaltung und die Lebensqualität
  • Ideen und Tipps, wie man eine Person in Not gut ansprechen kann
  • Vorstellen von Hilfsangeboten

Das Referat kann von Seniorenräten, Gemeinden, Altersinstitutionen, Vereinen und Kirchgemeinden gebucht werden. Es richtet sich an ältere Menschen, Fachpersonen und freiwillige Helfer und Helferinnen. Das Referat ist für Aargauer Institutionen gratis.

Weiterbildung: Hinschauen lohnt sich

Wenn die Enkelkinder ihre Grossmutter im Altersheim besuchen, ist nicht mehr viel los. Das Grosi jammert und beklagt sich: man kümmere sich nicht um sie, es sei langweilig, dass Essen ist zu salzig. Wahrscheinlich ist es das Alter, das die lebensfrohe Frau so verändert, denken die Angehörigen – das gehört eben dazu! Lustiger ist sie, wenn sie etwas Weisswein trinkt, hat ihr Sohn bemerkt und bringt deshalb öfters eine Flasche mit. Das Grosi ist dann für einen Sonntagnachmittag lang ganz die, die sie früher war und die Kinder haben Spass mit ihr.

Hinschauen lohnt sich ist eine Weiterbildung für Mitarbeitende in Altersinstitutionen und Spitexorganisationen.

Wir informieren Ihr Team über die  Zusammenhänge von Sucht und Alter. Weiter wird gemeinsam erarbeitet, was für Grundannahmen und Haltungen für eine wirkungsvolle Prävention förderlich sind. Dies kann zum Beispiel über eine Auseinandersetzung mit dem Leitbild Ihrer Institution geschehen.

Ein Gesprächsmodell erleichtert die Kommunikation mit Menschen, die sich schnell angegriffen und bedroht fühlen. Wir stellen ein geeignetes Modell vor, anhand von Praxisbeispielen der Teilnehmenden. Wenn Senioren und Seniorinnen sich öffnen können, wird Prävention möglich.

Angeregte Gespräche, die Lust, Gespräche mit Senioren anders zu führen, sich erzählen, was sich auf der Abteilung verändert hat – wenn die Reaktionen auf die Weiterbildung so sind, sind die Ziele davon  erreicht.

Dauer und Inhalte der Weiterbildung besprechen wir gerne direkt mit Ihnen. Das Angebot ist für Aargauer Institutionen gratis.

Eine Orientierung für Spitexleitungen

Aktuelle Studien zeigen, dass in der Schweiz rund jede zehnte Person über 65 eine Abhängigkeit entwickelt hat, nicht selten sogar erst im Alter. Gerade auch ältere Menschen konsumieren Alkohol, Medikamente und Tabak – oft in riskanten Mengen. Sucht kennt keine Altersgrenzen. Grenzen, Vorbehalte und Scheu hingegen zeigt die Gesellschaft, wenn es um die Frage geht, ob es sich lohnt, eine Sucht im Alter anzugehen.

Der verharmlosende Umgang einerseits und die demografische Entwicklung andererseits haben zur Folge, dass die sozialen und finanziellen Folgekosten hoch sein werden. Politik, Prävention und Pflege sind also gefordert, sich dem Thema anzunehmen.

Früherkennung von Substanzkonsum bedeutet, Auffälligkeiten wahrzunehmen, im Team zu reflektieren und die betreuten Menschen darauf anzusprechen. Vergesslichkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Stürze werden oft als altersbedingte Beeinträchtigungen interpretiert. Nicht selten stehen sie aber in Zusammenhang mit risikoreichem Umgang mit Alkohol und Medikamenten.

Angemessenes Reagieren in der ambulanten Pflege hilft und zeigt Wirkung. Das Wohlbefinden und die Lebensqualität aller Beteiligten verbessern sich und ermöglichen ein gutes Leben und nicht nur eine gute Pflege.

Folgende Checkliste hilft bei der Standortbestimmung und sofern notwendig die spezifischen Herausforderungen zu erkennen und daraus die zielführenden Massnahmen abzuleiten.

Download Checkliste, PDF-Formular zum Ausfüllen
Laden Sie unsere Broschüre, FRÜHINTERVENTION IN ALTERSINSTITUTIONEN, herunter