Anerkennen und Aushalten

/Anerkennen und Aushalten

Anerkennen und Aushalten

Am Dienstagabend war der dritte und letzte Teil des ElternAlltags für Kindergartenkinder in Kaiseraugst. Während ich vor einem Monat bei Maya im zweiten Workshop beisitzen durfte, hat Susanne mir dieses Mal den dritten Workshop unter dem Titel „Vom Machtkampf zur Verhandlung“ nähergebracht.

Worum geht es in Streitereien mit unseren Kindern? Natürlich sorgen wir uns um sie! Wir wollen Gefahren von ihnen abwenden, sie hegen und pflegen und sie auf das selbstständige Leben vorbereiten. Das ist unsere Aufgabe als Eltern.

Doch manchmal geht es auch um uns: es ist mir peinlich, wenn sich meine Tochter mitten im Migros am Boden wälzt und lauthals nach einem neuen Spielzeug verlangt. Es verletzt mich, wenn mein Sohn mein perfekt gelungenes Risotto verschmäht und stattdessen lieber Pommes mit Ketchup will. Und das ausgelassene Singen und Tanzen im Wohnzimmer wird spätestens nach 15 Minuten anstrengend.

Oftmals spreche ich dann ein Machtwort – und gebe damit meinen Kindern ungewollt zu verstehen, dass sie minderwertig sind. Dabei ist doch an Kinderwünschen ebenso wenig falsch, wie daran, dass sie nicht alle in Erfüllung gehen. Und die Enttäuschung über einen abgelehnten Wunsch – mit Wut und Trauer, mit Geschrei und Tränen – ist genauso nachvollziehbar und richtig wie meine eigenen Gefühle. Da braucht es keine Macht, sondern Empathie und Geduld – oder wie Susanne es ausdrückte: «Der Schlüssel ist das Aushalten und Anerkennen des Gefühls.»

Reto M. Zurflüh, seit 33 Tagen bei der Suchtprävention Aargau

2018-04-04T16:06:51+00:00