Das Gute an der Wut

Kurz vor 19 Uhr, ich sitze mit den Kita-Mitarbeiterinnen des Chinderpalast am Tisch, bereits zum 4. Mal. Heute steht der Umgang mit Aggression auf dem Programm. Gerade wird erzählt, dass vor ein paar Tagen ein Kind einem anderen mit einem Spielauto auf den Kopf gehauen hat. Andere Kinder haben immer wieder andere Kinder zwischen den Zähnen – sind diese Kinder aggressiv? Oder ist das einfach ein ganz normales Verhalten von 2-4 jährigen Kindern? Genau darum geht es heute Abend. Dabei spielt die Haltung der Mitarbeiterinnen eine Rolle. Ich frage nach: Was gefällt dir am aggressiven Verhalten? Stirnrunzeln. Aggression hat tatsächlich seine guten Seiten: Es ist ein Stopp-Zeichen des Kindes, dass seine Grenzen überschritten wurden.

Das tönt verständlich, doch was tue ich, wenn zwei Kinder miteindander rangeln oder das eine das andere von der Rutschbahn stösst? Aus dem Bauch heraus finde ich, lasst sie doch einfach einwenig miteinander rangeln – das gehört dazu.  Ich frage mich echt, wie viel Spiel- und Erlebnisraum lassen wir den Kindern? Kinder lernen  sehr viel übers Erleben. Schliesslich muss hinter dem Verhalten, das wir als aggressiv betiteln, gar keine böse Absicht sein.

Ich gehe angeregt nach Hause. Erfreut, dass in der Kita starke Gefühle Platz haben und die Kinder unterstützt werden einen guten Umgang damit zu erlernen.

Susanne Wasserfallen – schade war der Abend so schnell vorbei!

Buchtipp zum Thema

2017-06-09T09:09:01+00:00